Pro Mente Sana

 

Andreas Knuf


Andreas Knuf

Krisenpass - Selbstbestimmung im Scheckkartenformat

Neben der Behandlungsvereinbarung und der Patientenverfügung kann auch der sogenannte Krisenpass von Betroffenen genutzt werden, um mehr Mitbestimmung bei der Behandlung zu gewährleisten. Zusammengefaltet hat er das gängige Kartenformat und sollte von den Betroffenen immer bei sich geführt werden. Er enthält die für den akuten Krisenfall notwendigen Informationen, etwa über Vertrauenspersonen, die im Krisenfall benachrichtigt werden sollen, über Medikamente, die vom Betroffenen abgelehnt werden oder über den Umgang mit dem Betroffenen in Krisenzeiten.

Der Krisenpass ist keine Alternative zur Behandlungsvereinbarung, sondern vielmehr eine sinnvolle Ergänzung. So lange es in den meisten Kliniken der Schweiz noch keine Behandlungsvereinbarungen gibt, kann er auch eine „Notlösung" sein, um zumindest die wichtigsten Anliegen der Betroffenen zu dokumentieren. Die Inhalte des Krisenpasses sind für die Behandler nicht rechtsverbindlich, sie dokumentieren aber den Willen der Betroffenen, von dem nicht ohne hinreichende Begründung abgewichen werden darf.

Entwickelt wurde der Krisenpass 1996 in Deutschland in Zusammenarbeit zwischen der Münchner Psychiatrie-Erfahrenen e.V. und Fachpersonen. Er wird dort von einigen Krankenkassen, ÄrztInnen und Kliniken, aber auch von Betroffenenorganisationen verbreitet. Ganz so weit ist es in der Schweiz im Moment noch nicht. Gegenwärtig überarbeitet Pro Mente Sana den Krisenpass und passt ihn auf die Schweizer Verhältnisse an. Deshalb ist er auf unserer Geschäftsstelle gegenwärtig nur in kopierter und noch vorläufiger Form erhältlich.

Andreas Knuf, Psychosoziales Team Pro Mente Sana

Quelle: Pro Mente Sana aktuell 3/03 - bestellen

Krisenpass (PDF, 44KB)
(Druck-Eigenschaften: doppelseitig, Buch-Format oder umdrehen;
oder zwei Seiten drucken und zusammenkleben)

 

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