Zeitschrift Pro Mente Sana aktuell
Die IV nach der 5. Revision: Eingliedern! Aber wie?
Die 5. IVG-Revision tritt am 1. Januar 2008 in Kraft. Pro Mente Sana informiert über die bevorstehenden Änderungen und ihre Auswirkungen auf psychisch erkrankte Menschen: Wie sieht das neue Eingliederungsmodell aus? Wie sollen die neuen Instrumente „Früherfassung“ und „Frühintervention“ in der Praxis funktionieren? Welche Änderungen bei den Leistungen kommen auf die Versicherten zu?
Die IV-Stellen stehen unter einem enormen Spardruck, den die Versicherten bereits zu spüren bekommen. So werden ihnen von den regionalen ärztlichen Diensten z.B. bestimmte Therapien auferlegt und ihnen vorgeschrieben, welche Psychopharmaka sie einnehmen müssen. Diese Praxis, so zeigt ein Beitrag auf, wirkt sich auf die Eingliederungsbemühungen kontraproduktiv aus.
Die Verstärkung der Mitwirkungspflichten birgt die Gefahr, dass ein Nicht-Können als Nicht-Wollen interpretiert und mit verschärften Sanktionen belegt wird. Entgegen dem Bild, das vor der Abstimmung zur 5. IVG-Revision von gewissen politischen Kreisen verbreitet wurde, sind psychisch kranke Menschen weder arbeitsscheu noch Drückeberger. Drei Fallbeispiele zeigen auf, dass berufliche Eingliederung ein komplexes Unterfangen ist, das nur gelingen kann, wenn individuelle und teils auch unkonventionelle Lösungen gefunden werden.
Für die Beschäftigung von Menschen mit psychischen Problemen gibt es jedoch nach wie vor grosse Anstellungshürden. Dabei spielen die enorme soziale Stigmatisierung und die reale Überforderung der Betriebe im Umgang mit diesen ArbeitnehmerInnen eine grosse Rolle. Dass die Beschäftigung - auch chronisch kranker - Menschen möglich ist, zeigt das Beispiel Firma Möbel Pfister, die seit 25 Jahren geeignete Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.
Ein Beitrag zur "Tyrannei des Leistenmüssens" weist andererseits darauf hin, dass in der Sozialpolitik westlicher Länder die Leistungsaspekte mehrheitlich überbetont werden. Da die Erwerbsarbeit für alle stetig zurückgehen wird, plädiert die Autorin für eine ideelle Aufwertung der BürgerInnenarbeit und für eine gerechte, auf sozialen Ausgleich bedachte Gesellschaft.
Der Serviceteil bietet weiterführende Hinweise auf Literatur, eine DVD, Beratungsstellen sowie hilfreiche Internetadressen.
"Die IV nach der 5. Revision: Eingliedern! Aber wie?" ist im Dezember 2007 bei Pro Mente Sana erschienen.
Redaktion: Jürg Gassmann
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