Pro Mente Sana

 

Pro Mente Sana Jahrestagung 2012


Pro Mente Sana Jahrestagung 2012

„Zukunft des Trialogs in der Psychiatrie"

Donnerstag, 8. November 2012, 9.00-17.00 Uhr
Tagungszentrum der Jugendherberge, Zürich

Was ist der "Trialog"

Trialog-Seminare werden zu verschiedenen Krankheitsbildern durchgeführt und sind Veranstaltungsreihen, in denen sich Betroffene, Angehörige und Fachleute aus der Psychiatrie treffen. Sie tauschen sich auf neutralem Boden partnerschaftlich über ihre jeweils eigenen Erfahrungen im Umgang mit der psychischen Krankheit aus. Dieses Vorgehen hat viele Vorteile: Betroffene finden sich nicht wie in der Klinik in der Rolle des Objektes von Behandlungen, Angehörigen haftet nicht der Makel des Störenfrieds an, Berufsleute können zuhören und sich ohne Verantwortungsdruck mitteilen. Ziel des Trialogs ist es, die unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Gruppen zu respektieren und durch den Erfahrungsaustausch voneinander zu lernen.

Die Jahrestagung 2012 der Stiftung Pro Mente Sana geht der Frage nach, wo die Trialogbewegung heute, 20 Jahre nach ihrer Gründung steht, und sie thematisiert die Zukunftsperspektive für das trialogische Arbeiten in der Psychiatrie.

Buchempfehlungen zur Jahrestagung 2012

Sendehinweis Radio loco-motivo

DIE REFERENTINNEN UND REFERENTEN

Prof. Dr. Thomas Bock

Psychologe, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Mitbegründer der Trialogbewegung
Prof. Dr. Thomas Bock vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist Mitbegründer der Trialogbewegung. Er berichtet über die Motive und Erfahrungen der Anfänge der Psychoseseminare. Welche Erkenntnisse lassen sich aus über zwanzig Jahren Trialog ziehen? Wie hat der Trialog die Psychiatrielandschaft verändert und was könnten Psychiatrieversorger vom Trialog noch lernen?

Referat als Download:
Der Trialog / Entstehung des Trialogs, von Prof. Dr. Thomas Bock (PDF, 834KB)

Dr. Inge Schöck
Bürgerhelferin der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart und Präsidentin des Landesverbands Gemeindepsychiatrie Baden-Württemberg
Sonja Tröndle

Sozialarbeiterin, Mitglied der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart
Der Trialog ist mehr als nur ein Psychoseseminar. Dies wird aufgezeigt anhand des Beispiels der trialogisch arbeitenden Beschwerdestelle für die Psychiatrie in Stuttgart. Was kann eine solche Beschwerdestelle tun, wie arbeitet sie und was ist ihr Ziel? Anstoss für analoge Beschwerdestellen in der Schweiz?

Referat als Download:
Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart, von Dr. Inge Schöck u. Sonja Tröndle (PDF, 1'814KB)

Sibylle Prins

Autorin und aktiv in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener
Sibylle Prins ist selber Psychiatrie-Erfahrene und hat zahlreiche Bücher zum Thema publiziert. Sie arbeitet seit 20 Jahren aktiv in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener in Bielefeld mit und hat die trialogische Arbeit in Deutschland wesentlich geprägt. Wird der Trialog glorifiziert? Kritische Betrachtung des Trialogs und dessen Gefahren. Was der Trialog nicht ist und was er nicht kann.

Referat als Download:
Kritische Betrachtung des Trialogs, von Sibylle Prins (PDF, 193KB)

WORKSHOPS

Es werden 5 verschiedene Workshops ageboten. Jeder Teilnehmende kann einen Workshop besuchen.

Workshop 1

Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart - Aufbau, Idee, Entstehung
Als Ergänzung zum Inputreferat vom Morgen soll dieser Workshop Antworten geben auf die Frage, ob es solche Beschwerdestellen auch in der Schweiz braucht.

Referentinnen: Dr. Inge Schöck, Bürgerhelferin der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart und Präsidentin des Landesverbands Gemeindepsychiatrie Baden-Württemberg / Sonja Tröndle, Sozialarbeiterin, Mitglied der Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart

Workshop 2

Exekutivprojekt Verein Omnibus
Befinden sich Menschen in psychischen Ausnahmezuständen oder droht eine Situation gewaltsam zu eskalieren, wird die Polizei gerufen. Doch wie soll sie mit den verwirrten, verängstigten, sich verfolgt fühlenden Betroffenen und Angehörigen umgehen? Im Vorarlberg werden AbsolventInnen einer Polizeischule von Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten über psychische Erkrankungen und den Umgang mit Menschen in psychischen Ausnahmezuständen informiert.

Referentinnen: Petra Berchtold, Mitgründerin Verein «Omnibus», Plattform für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung / Brigitte Holzknecht, Sozialarbeiterin, pro mente Voralberg A

Workshop 3

Aufbau/Wiederaufbau eines Trialogs - Psytrialogue GE, Trialog in der Romandie
Der Genfer Psy-Trialogue ist grösser als die restlichen Psychoseseminare. Rund 40 Teilnehmende finden sich zu den Treffen ein. Unterstützt wird er von verschiedensten Organisationen. Wie kam dieser etwas andere Trialog zustande? Wie gelingt der Austausch in einer so grossen Runde? (Dieser Workshop wird bei Bedarf ins Französische übersetzt.)

Referentin: Esther Hartmann, Psychologin FSP, Association Romande Pro Mente Sana

Workshop 4

Schulprojekt Verein Trialog
Damit Hans sich nicht schämt, über psychische Erkrankung zu reden, ist es gut, wenn schon Hänschen einen offenen Umgang lernt mit Themen wie Schizophrenie, Depression und psychischen Erkrankungen. Der Verein Trialog Winterthur besucht Schulklassen und lebt den Schülerinnen und Schülern trialogisch einen Dialog über psychisches Kranksein vor.

ReferentInnen: Franca Weibel, Präsidentin Verein Trialog, Winterthur / Dr. med. Miriam Gerstenberg, Ärztin, ZInEP Früherkennungszentrum Zürich / Jan Curschellas, Betroffener und Absolvent Peer-Ausbildung EX-IN Bern

Workshop 5

Live-Trialog im Rahmen eines Borderline Trialogs
Trialogische Seminare beschränken sich nicht nur alleine auf das Erscheinungsbild der Psychose. Zunehmend entstehen neue Trialoge zu weiteren psychiatrischen Krankheitsbildern wie Borderline, Depression oder der bipolaren Störung. Anhand eines live durchgeführten Borderline-Trialogs sollen den Teilnehmenden dessen Möglichkeiten, Ziele und Grenzen durch direktes Erleben aufgezeigt werden.

Referentinnen: Anna Busia, Sozialarbeiterin, und Simone Kurth, Rehabilitationspsychologin, BIKS Stuttgart (Borderline Informations- und Kontaktstelle Stuttgart)

PODIUM

Zukunft des Trialogs - Demokratisierung der Psychiatrie

Wohin soll sich der Trialog in Zukunft entwickeln und was kann er konkret zu einer sozialen und demokratischen Psychiatrie der Zukunft beitragen? Was braucht es dazu?

Moderation: Guido Münzel, Geschäftsleiter Pro Mente Sana
Teilnehmende: Brigitte Stöckle, Bereichsleiterin der Tagesstätte, Stiftung Melchior (Fachperson) / Monika Zaugg, Peer-Beraterin (Betroffene) / Constantine Bobst, Sozialarbeiterin, BeraterInnen-Team der VASK (Angehörige) / Bea Heim, SP-Nationalrätin (SO) und Gesundheitspolitikerin, Mitglied der NR-Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit / Franca Weibel, Präsidentin Verein Trialog, Stiftungsrätin der Pro Mente Sana

 

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