Pro Mente Sana

 

10.10.

Zum Internationalen Tag der psychischen Gesundheit am 10.10.2010

WAS IST PSYCHISCHE GESUNDHEIT? REDEN WIR JETZT DARÜBER!

Psychische Gesundheit kann als dynamisches Gleichgewicht des psychischen Wohlbefindens beschrieben werden: „Indem der Einzelne seine intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen und produktiv und fruchtbar arbeiten kann, und imstande ist, seiner Gemeinschaft einen Beitrag zu leisten" (Weltgesundheitsorganisation WHO, 2003). Wichtig ist darum die Erfüllung des natürlichen Bedürfnisses, Teil der Gemeinschaft zu sein und von dieser „gebraucht" zu werden, ebenso wie sein eigenes Potential entfalten und mit Belastungen umgehen zu können.

Wie bleibt man psychisch gesund und was macht krank? Psychische Gesundheit und psychische Krankheit sind zwei Pole eines Kontinuums. Jede und jeder von uns bewegt sich ständig darauf und muss sich aktiv an Veränderungen im Leben anpassen. Belastungen am Arbeitsplatz und kritische Lebensereignisse, wie der Tod einer nahe stehenden Person, eine Scheidung oder der Verlust des Arbeitsplatzes, können das dynamische Gleichgewicht des psychischen Wohlbefindens negativ beeinflussen. Was diese Ausgeglichenheit hingegen nachweislich steigert, ist die Überzeugung einer Person, das eigene Leben selbst bestimmen und meistern zu können sowie die erfahrene emotionale Unterstützung von Angehörigen und Freunden. Innere und äussere Ressourcen sind demnach zu nutzen, um im Spannungsfeld von psychischer Gesundheit und Krankheit ein persönliches Wohlbefinden zu erlangen. Wenn aufgrund der Lebensumstände und der verfügbaren Ressourcen dieser aktive Ausgleich jedoch nicht möglich ist, kann eine psychische Erkrankung Folge davon sein.

„Wenn mein Herz rast, weiss ich: Achtung Panikattacke!"

„Seit meiner Depression weiss ich: Es kann jeden treffen!"

Psychische Krankheiten, mit Symptomen wie eine fast nicht auszuhaltende innere Unruhe, Herzrasen verbunden mit Todesängsten oder der Wahn, ständig verfolgt zu werden, sind - verglichen mit körperlichen Erkrankungen wie beispielsweise einen Arm im Gips - von aussen selten ersichtlich. Aus diesem Grund ist die Stigmatisierung von Menschen mit einer psychischen Störung in der Gesellschaft sehr hoch. „Der ist ein Schwächling." „Sie simuliert doch nur." „Mir könnte das nie passieren." Das sind leider keine seltenen Aussagen über Personen mit einer ernsthaften psychischen Erkrankung. Die Schweizer Statistiken zeigen jedoch ein anderes Bild: Jede zweite Schweizerin und jeder zweite Schweizer erkrankt im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung und nahezu die ganze Schweizer Bevölkerung macht im familiären, Freizeit- oder Arbeitsumfeld mehrfach unmittelbare Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen. Es kann jeden treffen! Reden wir jetzt darüber!

„Einen zweiten Burnout will ich nicht. Reden wir jetzt darüber!"

„Alle sagen, man könne über alles reden. Und was ist mit meiner Schizophrenie?"

 

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