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Privatsphäre ist natürlich kein „Luxus der Gesunden“!

C. Grieder, Präsident der Givaudan, wird im Tages Anzeiger vom 18. Februar 2019 mit der Aussage zitiert, dass Privatsphäre ein Luxus der Gesunden sei. Dagegen protestieren wir in aller Form!

Im Tages Anzeiger vom 18. Februar 2018 erfahren wir, dass anlässlich eines Treffens am 25. Oktober 2018 unter Mitgliedern des Bundesrates und Spitzenvertretern von Roche, Givaudan, SBB, Swisscom, UBS, Google und weiteren Anwesenden über die Digitalisierung des Gesundheitswesens diskutiert wurde.

Bisher betonte der Bundesrat bei der Veröffentlichung seiner Strategie „Digitale Schweiz“ gegenüber der Öffentlichkeit den Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung und der Freiwilligkeit. Hinter den Kulissen ist der Druck der Wirtschaft auf die Politik jedoch offensichtlich gross. Unter anderem wird diskutiert, dass die Zulassung von Ärzten an die Bedingung zu knüpfen sei, dass der Arzt am elektronischen Patientendossier teilnehme. Es geht nicht an, dass Ärzte unter Druck gesetzt werden. Dieser Druck wird unweigerlich an die Patientinnen und Patienten weitergegeben.

Pro Mente Sana ist dezidiert der Ansicht, dass der Entscheid über die Freigabe und Nutzung der eigenen Gesundheitsdaten bei jeder Patientin und jedem Patient bleiben muss. Die Einwilligung in die Eröffnung eines elektronischen Patientendossiers ist ein höchstpersönliches Recht. Jede Person entscheidet selber darüber, ob sie  ein elektronisches Patientendossier eröffnen will. Dieser Entscheid darf weder Vor- noch Nachteile zur Folge haben. Gerade im Bereich von Daten, bei denen es um die psychische Gesundheit geht, ist dies besonders wichtig und zwar mindestens so lange, bis die Stigmatisierung psychischer Beeinträchtigungen in der Gesellschaft nicht mehr alltäglich ist. Zudem muss die wirtschaftliche Nutzung von Gesundheitsdaten streng kontrolliert werden. Gerade bei diesen Daten darf Privatsphäre kein Luxus werden!