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Symptome einer Depression unter Fussballern

Die internationale Fussballergewerkschaft Fifpro hat untersucht, dass im Durchschnitt mehr als einer von zehn Spielern in der Untätigkeit infolge des Coronavirus Symptome einer depressiven Verfassung zeigt. Ein Interview mit Wanja Greuel, CEO BSC Young Boys.

An der Umfrage nahmen 1134 Männer und 468 Frauen teil, durchgeführt wurde sie in Ländern in denen drastische Massnahmen im Kampf gegen das Virus ergriffen wurden (u.a. Schweiz, Frankreich, England). Bei 22 Prozent der Spielerinnen und 13 Prozent der Spieler wurden Symptome erkannt, wie sie auch bei diagnostizierten Depressionen auftreten. Ein generelles Gefühl der Angst wurde von 18 Prozent der Spielerinnen und von 16 Prozent der Spieler angegeben.


Wir fragten bei Wanja Greuel, CEO des amtierenden Schweizer Fussballmeisters BSC Young Boys und CSR-Partner der Stiftung Pro Mente Sana nach, was er zur Umfrage meint.

Kennen Sie die Resultate der Studie und machen Sie ähnliche Erfahrungen?
Ich habe Kenntnis von dieser Studie und den Resultaten. Wir stehen täglich im Austausch mit unseren Spielern und betreuen diese bestmöglich. Sie machen alle einen gefestigten Eindruck, trotz der schwierigen Situation. Selbstverständlich möchten sie aber zurück auf den Platz.


Wie gehen Sie mit der zusätzlichen psychischen Belastung der Spieler um?

Unser Trainerteam arbeitet hier hervorragend. Natürlich auch mit den digitalen Mitteln, welche uns zur Verfügung stehen. Wir sind uns auch der Gefahr dieser Situation bewusst und fokussieren daher noch mehr als sonst auf die persönliche Betreuung unserer Akteure.


Haben Sie zusätzliche Angebote entwickelt?
Ja. So werden digitale Sitzungen und auch Trainingssessions abgehalten. Dazu bilden sich auch innerhalb der Mannschaft Gruppen, so dass alle Spieler integriert werden und Abwechslung in ihrem Alltag erleben können.


Was glauben Sie, wie wird sich die Gesamtsituation im Profi-Fussball in den nächsten Monaten entwickeln?
Das ist in der aktuellen Lage sehr schwer vorauszusagen. Ich bin überzeugt, dass wir bald wieder Spiele erleben dürfen. Bis dies jedoch mit Zuschauern der Fall sein wird, wird es noch eine Weile dauern.

 

Von Marcel Wisler, Co-Leiter Gesundheitsförderung & Kommunikation.