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Informationen über Recovery

"Recovery steht für die Hoffnung, dass Gesundung auch bei schweren chronischen psychischen Krankheiten möglich ist. Recovery bedeutet, wieder Verantwortung zu übernehmen für die eigene Gesundung und schliesslich Strategien zu erlernen, wie mit ‚Symptomen‘ umgegangen werden kann, damit neue Lebensqualität wiedergewonnen wird." Thomas Ihde

 

Seit den 1990 Jahren lässt der Recoverygedanke bei psychisch erkrankten Menschen neue Hoffnung keimen und es ist Bewegung in die psychiatrische Versorgung gekommen. Diese Hoffnung entfachten Menschen, die in der Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung einen Weg durch diese dunkle Nacht der Seele gefunden haben, Menschen wie Dan Fisher, Patricia Deegan, Helen Glover, Ron Coleman, Mary Ellen Copeland oder Dorothea Buck, um nur einige zu nennen. Sie haben ihren eigenen Recoveryweg öffentlich gemacht, damit Hoffnung gesät, andere Betroffene durch ihre persönlichen Gesundungswege ermutigt und haben ihre Erfahrungen somit für andere nutzbar gemacht. Sie haben aufgezeigt, dass es möglich ist, Vertrauen in die eigene Lebendigkeit zu gewinnen und so zu aktiver, selbstbewusster Teilhabe am Leben zu gelangen.

 

Bisheriges defizitorientiertes Behandlungsverständnis forderte vor allem Vermeidung und Anpassung von den betroffenen Menschen. Dieser Weg führte Menschen in noch tiefere Gefangenschaft von häufig früh kultivierten Verhaltensmustern. Hier zeigen Recovery-Orientierung und Peer-Arbeit sehr deutlich auf, wie heilsam ein anderer Weg ist, der Weg der Auseinandersetzung und des Austausches. Dies bringt Licht ins Dunkel der erschütterten Seele. Gleichwohl ist der Weg durch die dunkle Nacht der Seele herausfordernd und anstrengend und wer ihn geht, braucht gute Unterstützung.

 

Gehört und gesehen zu werden, sich zeigen zu dürfen mit der eigenen psychischen Erkrankung, birgt heilsames Potenzial. Erfahrung teilen zu dürfen, sie nicht verheimlichen zu müssen und damit zu tabuisieren, ist ein wichtiger Schritt auf  jedem Genesungsweg. Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung in der Gemeinschaft bilden dabei ein wertvolles Lern- und Erfahrungsfeld, in dem sich auch Angst und Scham verwandeln können.

 

Das heilsame Potenzial von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung zu erfahren, schafft Vertrauen und neues Selbstbewusstsein. Wir unterstützen psychisch erschütterte Menschen auf ihrem Weg in die aktive und selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe. Wir ermutigen auf dem Weg zu neuem Selbstbewusstsein, getragen von Vertrauen und dem Glauben an die eigenen Potentiale.

 

Es ist möglich, von schwerer psychischer Erkrankung zu gesunden. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, alles zu tun, um psychisch erschütterten Menschen den Weg zur Gesundung aufzuzeigen und zu ermöglichen.